Die Ernährungsexpertin

health nut
Gesundheitsfreak {m} [ugs.]

Wo ich herkommeKatja Meier als Kind im Erzgebirge

Ich bin im Erzgebirge geboren, um genauer zu sein in Schlema, wo damals quasi alle Erzgebirgler geboren wurden. Meine Kindheit habe ich in Bernsbach verbracht, einem winzigen Ort in der Nähe von Aue. Als ich 10 war, sind wir nach Genthin gezogen, ins tiefste Sachsen-Anhalt. Mein sächsischer Dialekt ist dort nicht wirklich gut angekommen, weshalb ich auf ein „zivilisiertes“ Hochdeutsch umgestiegen und auch dabei geblieben bin. Mit 17 bin nach ich Leipzig gegangen, um eine Ausbildung zu machen, anschließend habe ich einige Jahre in Darmstadt gelebt und in Berlin und in Aachen und in Hockenheim. Heute lebe und arbeite ich in Berlin, meiner Wahlheimat (the place to be ;-).  Das tolle an Berlin ist, dass hier so viele verschiedene Kulturen leben und alle ihre eigenen Restaurants und Läden haben. Es gibt fast nichts, was man in Berlin nicht bekommt… ob nun in einem türkischen, arabischen, asiatischen oder indischen Supermarkt.

Was ich gelernt habeSmall boy cutting in sliceKleiner Junge, der mit seiner Mutter in einer modernen Küche Tomaten für einen Salat schneidet.

Ich bin gelernte Diätassistentin. Direkt nach meiner Ausbildung in Leipzig bin ich nach Darmstadt gezogen und habe dort zuerst eine zweite Ausbildung als Fremdsprachensekretärin angefangen (lange Geschichte), um dann aber direkt in die elfte Klasse zu wechseln um das Abi nachzuholen. Meine erste Studienwahl war Soziaplädagogik, aber da gefühlt jeder Zweite meines Jahrgangs Sozialpädagoge werden wollte, musste eine andere Idee her. Ich bin damals zur Berufsberatung gegangen und habe der netten Dame erzählt, dass ich mich für Medizin und für Pädagogik interessiere. Sie hat das in ihren Computer eingegeben und zwei Minuten später Informationen zum Studiengang Medizinpädagogik ausgedruckt (da hätte ich auch selbst drauf kommen können). Und das bin ich jetzt – Diplom-Medizinpädagogin. Ich unterrichte an einer Berufsschule Ernährungslehre, Hauswirtschaft und Ernährungsmedizin. 2013 habe ich an der Cornell-Universität ein Fernstudium in „Plantbased Nutrition“ gemacht.

Verschieden farbintensive Gewürze auf einem TischWovon ich mich inspirieren lasse

Ich habe eine Schwäche für Kochbücher. Damit das nicht so auffällt, kaufe ich mir meistens E-Books. Das weiß ja keiner, dass meine Kindle-App vollgestopft ist mit den aberwitzigsten Koch-Büchern. Manche sind wirklich toll. Zum Beispiel die von Madhur Jaffrey, oder Sabrina Ghayour oder Rukmini Iyer. Ich liebe die indische und die orientalische Küche. Kreuzkümmel, Koriander, Curry, Garam masala, Granatapfelsirup, Bulgur, Hummus….. lecker! Ich versuche allerdings, die Zubereitung zu vereinfachen. Und dem Geschmack meiner Familie (ein hungriger Ehemann & zwei gefräßige Kinder im Schulalter) anzupassen. Den größten Einfluss auf meine Ernährung hatten (und haben noch immer) T. Colin Campbell, Caldwell Esselstyn, Neal Barnard und Michael Greger. Die haben sich alle mit dem Zusammenhang zwischen unserer „westlichen“ Ernährung und der Entstehung von Zivilisationskrankheiten beschäftigt und befürworten eine pflanzliche, vollwertige und fettarme Ernährung. Ich habe dem „pflanzlich“ ein „überwiegend“ hinzugefügt.

Warum ich keinen Knoblauch magKein Knoblauch

Das war 1988. Da war ich mit meiner besten Freundin Sandra auf einer Sprachreise in Donezk. Und bin von Einheimischen zum Mittagessen eingeladen worden. Es gab Borschtsch. Eigentlich ganz lecker. Meine Gastgeberin legte eine kleine weiße Zehe neben meinen Teller. Ich hatte keine Ahnung, was das ist, es kam mir auf jeden Fall merkwürdig vor (gab es in der DDR etwa keinen Knoblauch?). Aber ich wollte nicht unhöflich sein und kaute brav auf dem unbekannten Ding herum. Es gibt Schlimmeres, dachte ich so bei mir. Soweit, so gut. Zurück im Hotel traf ich auf die anderen Teilnehmer der Sprachreise, die schreiend vor mir wegliefen. Es dauerte eine Weile, bis mir dämmerte, dass es der Geruch war, den ich verströmte, der sie in die Flucht schlug… und am gleichen Tag hatte ich noch ein Date mit meiner ersten großen Liebe. Was für ein Drama! Seitdem esse ich keinen Knoblauch. Kommt mir nicht ins Haus. Nicht in meine Küche. Nicht auf meinen Teller. Aber ich gönne es jedem, der ihn trotzdem isst. Soll ja gesund sein!

Zu viele Informationen? Hier noch mal die Zusammenfassung:

  • Katja Meier, geboren 1972 in Schlema / Erzg.
  • 1989 – 1992 Ausbildung als Diätassistentin, Fachschule Leipzig
  • 1993 – 1996 Abitur, Darmstadt
  • 1996 – 2001 Studium der Medizinpädagogik, Charité in Berlin
  • seit 2005 Lehrerin für Ernährung, Hauswirtschaft & Ernährungsmedizin
  • Hobbies: Lesen, Gärtnern, Kochen (ohne Knoblauch)

Plant-Based Nutrition Certificate Program Graduate (nutritionstudies.org)Verschiedene Früchte und Gemüse-Sorten: Wassermelone, Pampelmuse, Tomate, Pfirsich, Tomate, Zitrone, Orange, Grüner Salat, Kiwi, Rote Zwiebeln, Rote Beete

 

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